Physische Risiken und Transitionsrisiken
Physische Risiken umfassen akute Ereignisse wie Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen und Waldbrände sowie chronische Veränderungen wie Meeresspiegelanstieg, Dürrehäufigkeit und Temperaturverschiebungen. Sie treffen Sicherheitenwerte, Schadenlast und Betriebsfähigkeit.
Transitionsrisiken entstehen aus Politik, Technologie, Marktpräferenzen und Rechtsprechung auf dem Weg zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft. Sie können schneller wirken als physische Risiken, weil Erwartungsänderungen Preise unmittelbar verschieben.
Szenarioanalyse statt Prognose
Klimaszenarien sind keine Vorhersagen, sondern konsistente Erzählungen mit quantitativen Pfaden. Ihr Nutzen liegt darin, Anfälligkeiten sichtbar zu machen und Handlungsoptionen zu prüfen – nicht darin, eine einzelne Zahl zu erzeugen.
Die Wahl von Szenarien, Zeithorizonten und Übersetzungsmechanismen in Risikoparameter bestimmt das Ergebnis stärker als die Feinkalibrierung. Diese Wahl gehört deshalb dokumentiert und begründet.
Daten, Granularität und Unsicherheit
Belastbare Ergebnisse verlangen Exponierungsdaten auf Standortebene, Gefährdungsdaten mit ausreichender Auflösung und Vulnerabilitätsannahmen, die zur Bausubstanz beziehungsweise zum Geschäftsmodell passen. In der Praxis ist die Datenlücke größer als die Methodenlücke.
Unsicherheit sollte transparent gemacht statt durch scheinbare Präzision überdeckt werden. Bandbreiten und Sensitivitäten sind für Entscheidungen oft wertvoller als Punktschätzungen.
Governance und Offenlegung
Aufsichtsbehörden erwarten, dass Klimarisiken in Risikoinventar, Risikoappetit, Kapitalbeurteilung und Berichterstattung integriert sind – nicht als separate Nachhaltigkeitsdisziplin.
Offenlegungsanforderungen erhöhen zusätzlich den Anspruch an Datenqualität und Nachvollziehbarkeit, da veröffentlichte Kennzahlen prüfbar sein müssen.
Fazit
Klimarisiko wird handhabbar, wenn es als Treiber bestehender Risikoarten modelliert, über Szenarien statt Prognosen bewertet und mit klarer Dokumentation von Daten- und Methodengrenzen in die reguläre Steuerung integriert wird.
Quellen und weiterführende Informationen
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